Ein bisschen Straße und Kram — Hamburg die Erste

Nach ca. 4 Monaten Aufenthalt in der mir immer sympathischer werdenden Hansestadt habe ich es endlich geschafft zwei der vielen Filme zu entwickeln, die schon seither in meiner Reisetasche verrotten. Beides APX100 auf 400. Spaßeshalber probierte ich bei einem von beiden 90 Minuten Standentwicklung aus. Einen großen Unterschied konnte ich nicht unbedingt feststellen. Falls es mal so weit ist, sage ich bescheid. Now, Photos:

2013_06_23_APX400_POST-57HELLAS! (St. Pauli)

2013_06_23_APX400_POST-54Fischmarktmenschen

2013_06_23_APX400_POST-53Scheiß Restaurant (Fischmarkt)

2013_06_23_APX400_POST-47Ratten (Mönckebergstraße)

2013_06_23_APX400_POST-46Merle vor einem Löwenkopf

2013_06_23_APX400_POST-42CHANGE! (Hauptbahnhof)

2013_06_23_APX400_POST-39Selbstportraitzeit. Wieso auch nicht.

2013_06_23_APX400_066Figuring shit out (St. Pauli)

2013_06_23_APX400_059Soft Focus Liebesfoto (HBF)

Das Wetter Ist Scheiße

scheisswetter

Wirklich.

Das Wetter ist unerträglich, umbarmherzig und unglaublich scheiße. Es ist schizophren. Die Menschen hier sagen, das wäre ganz normal. Ich finde es absurd. Und doch ist es romantisch, sanft und feinfühlig. Wie jedes Wetter überall, außer vielleicht in Wüsten oder auf Gipfeln. Neulich nieselte es ein wenig, anstatt, wie die vorangegangenen Tage, wie aus Eimern zu schütten. Ich habe die Augen zugemacht und die Nase in den Wind gehangen, als ob tatsächlich Frühling wäre.

Vielleicht bedeutet ja genau das, dass ich anfange in Hamburg anzukommen — wenn einem die kleine Scheiße, gar nicht mehr so scheiße vorkommt. Seit knapp 3 Monaten hause ich nun schon bei verschiedenen wunderbar großzügigen Menschen, die mir Asyl gewähren. In etwas mehr als einer Woche wird das nicht mehr nötig sein und ich ziehe in mein eigenes Zimmer. Die Menschen hier streiten sich dabei meist darum, ob ich auf die richtige oder die falsche Seite der Alster ziehe. Dieselben reden auch von “südlich der Elbe”, wie Teilungsnostalgiker von Dunkeldeutschland reden. Nach zweieinhalb Monaten suchen ist mir das alles ehrlich gesagt scheißegal. “30min. Radwegnähe zu St. Georg” war die Prämisse. 10 Minuten sind es geworden.

Ich werde mit Menschen zusammenziehen, die zu den guten gehören — was will man schon mehr. Ich für meinen Teil freue mich gerade auf kaum etwas mehr, als dort endlich ein wenig mehr zum Leben zu kommen. Den ersten großen Schock überwunden zu haben. Mich um die schönen Dinge, neben der ziemlich scheißcoolen Arbeit zu kümmern.

Auch wenn ich mich ab und zu daran erinnern muss, ist alles ziemlich gut. Es geht mir bestens. Ich habe praktisch keinen Mangel und kann sogar realistische Pläne für absurde Luxusgüter schmieden.

Alles ist ganz gut hier.
Außer das Wetter.